United Airlines in Hamburg

Alles rund um die Hamburger Airports. Neues, Hintergründe, und alles was bei "uns vor der Tür" so passiert. Außer den Daily Movements natürlich, für die gibt es einen eigenen Raum.

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Moonraker
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von Moonraker »

Der Link funktioniert mittlerweile.

Zitat United-Netzwerkchef Patrick Quayle: "Wir werden die A321XLR ausschließlich über dem Nordatlantik und nach Südamerika einsetzen."
Als Ideen ("denkbar sind...") werden genannt Bogota,Glasgow und Edinburgh, von New York aus.
Er meint, viele neue Routen in Europa würden aufgestoßen. Hamburg wird da nicht explizit genannt, aber natürlich würde das von New York aus passen, zumal diese Route über etliche Jahre einigermaßen funktioniert hatte. Da würde ich durchaus auch Hoffnungen haben - und wenn es dann nicht United macht, eben eine der anderen von LevHAM genannten Optionen.
Voraussetzung ist natürlich, dass diese Corona-Sch... über kurz oder lang einigermaßen zuverlässig kontrolliert wird, so dass die Reiselust und die Reisemöglichkeiten gleichermaßen wieder zunehmen.

Glasgow und Edinburgh würde mich wirklich wundern. Natürlich wird es auch aus/nach Schottland einige Interessenten nach entsprechenden Flügen geben, aber die Airports der beiden Städte sind knapp 70 km Luftlinie auseinander, da wären Flüge in beide Städte sehr üppig bemessen.
Gruß, Kay
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LevHAM
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von LevHAM »

Moonraker hat geschrieben: 08.01.2022 18:04:13 Der Link funktioniert mittlerweile.

Zitat United-Netzwerkchef Patrick Quayle: "Wir werden die A321XLR ausschließlich über dem Nordatlantik und nach Südamerika einsetzen."
Als Ideen ("denkbar sind...") werden genannt Bogota,Glasgow und Edinburgh, von New York aus.
Er meint, viele neue Routen in Europa würden aufgestoßen. Hamburg wird da nicht explizit genannt, aber natürlich würde das von New York aus passen, zumal diese Route über etliche Jahre einigermaßen funktioniert hatte. Da würde ich durchaus auch Hoffnungen haben - und wenn es dann nicht United macht, eben eine der anderen von LevHAM genannten Optionen.
Voraussetzung ist natürlich, dass diese Corona-Sch... über kurz oder lang einigermaßen zuverlässig kontrolliert wird, so dass die Reiselust und die Reisemöglichkeiten gleichermaßen wieder zunehmen.

Glasgow und Edinburgh würde mich wirklich wundern. Natürlich wird es auch aus/nach Schottland einige Interessenten nach entsprechenden Flügen geben, aber die Airports der beiden Städte sind knapp 70 km Luftlinie auseinander, da wären Flüge in beide Städte sehr üppig bemessen.
Edinburgh und Glasgow sind zwar nah beieinander, wurden aber - zumindest von Continental - eigentlich immer parallel bedient. Gibt anscheinend trotz der Nähe ausreichend Aufkommen.
Ja der Corona-Sch**** muss dann erledigt sein, aber da gehe ich von aus in 2-3 Jahren.
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LevHAM
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von LevHAM »

Heute genau vor 20 Jahren (wo ist die Zeit geblieben?) war der Erstflug von Continental Airlines in Hamburg.

Tags zuvor, um 18 Uhr, startete CO74 leicht verspätet in Newark um in Hamburg relativ pünktlich um 07.45 herum auf der 23 zu landen. Somit hatte Hamburg nach knapp vier Jahren endlich wieder einen Transatlantikflug. Zum Einsatz kam die N67134, eine der zu der Zeit wenigen 757-200, die bereits Winglets erhalten hatten.

Aufgrund von großem Presserummel und für die perfekten Fotos auf dem roten Teppich vor der Maschine parkte diese zu diesem Anlass außerplanmäßig auf den 50er Positionen. Unter Beschallung einer Blaskapelle und unter anderem vom damaligen Bürgermeister Ole von Beust stiegen die Fluggäste aus. Ich erinnere mich dass die Mutter oder Tante von Ole von Beust mit auf der Maschine saß, um ihren Sohn/Enkel zu überraschen. Diese lebte in den USA. Ob das nun wirklich einer Überraschung oder PR Stunt war wissen die wahrscheinlich nur selbst. Um 09.15 ging es dann als CO75 pünktlich zurück nach New York.

Der Start der Verbindung hatte aus heutiger Sicht eher widrige Bedingungen. Continental war Teil der SkyTeam Allianz, was es in der Star Alliance Hochburg Deutschland und insbesondere auch Hamburg schwierig machte, viele vorhandene Vielflieger zwischen Hamburg und den USA zu gewinnen. Dazu waren die Reisendenzahlen damals deutlich geringer als heute und die Anzahl Übernachtungen von US Touristen in Hamburg lag etwa bei einem Drittel von heute. Mitte 2006 kündigte Emirates zudem an, kurz nach dem Start ihrer Verbindung Dubai - Hamburg, diesen Flug ab Herbst 2006 nach New York zu verlängern, womit Unmengen an weiteren Kapazitäten in den Markt geworden wurden. Um es noch schwieriger zu machen schmiss Lufthansa als Reaktion Unmengen an 300 Euro Tickets von Hamburg nach New York und anderen US Destinationen auf den Markt.

Trotz all dieser schwierigen Bedingungen schaffte es Continental mit einem sehr soliden Angebot und dem richtigen Fluggerät sich zu behaupten und die Verbindung lukrativ und langfristig erfolgreich zu machen. Auch der Wechsel in die Star Alliance wird hier positiv beigetragen haben,
Von einer durchschnittlichen Auslastung von 82-84% im Sommer und nur 62-68% im Winter in den ersten 2-3 Jahren kam man folglich auf Werte von 90-94% im Sommer und 81-87% im Winter.

Mit Abschluss der Fusion zwischen Continental und United, wobei United Airlines entstand, begannen die Dinge, von einem sehr hohen Niveau startend, sehr langsam aber stetig abwärts zu gehen. Zunehmend schlechterer Service an Bord, mehrere PR Desaster bei United und dann ein Wechsel des Fluggeräts auf Boeing 767-300, die überspitzt gesagt mehr kaputt am Boden standen als sie in der Luft waren und deren Kabinen teilweise gefühlt aus der Steinzeit waren. Dazu kam eine deutliche Abflachung der Wachstumskurve des Passagieraufkommens Deutschland/Europa - USA. Dies veranlasste United, damals unter der Rotstiftpolitik von Oscar Munoz, die Hamburg-Verbindung im Winter zu streichen und nur als Sommerverbindung anzubieten, was ein großer Fehler war, wie sich dann auch kurze Zeit später herausstellen sollte.

Da Hamburg, besonders aus Richtung Nordamerika, kein großer touristischer incoming Markt ist funktioniert eine solche Verbindung nicht saisonal. Hamburg - New York lebt hauptsächlich von Geschäftsreisenden, aber auch viel VFR und natürlich Touristen in beide Richtungen, mit Schwerpunkt aber auf der deutschen Seite. Die Geschäftsreisenden wollen aber einen Flug der ganzjährig angeboten wird. Der Flug rutschte, wie schön zu erwarten war, unter die finanziellen Erwartungen und wurde schlussendlich eingestellt. Nachdem er für 2019 bereits buchbar war wurde eine Rolle rückwärts gemacht und die Maschine stattdessen nach Neapel geschickt. Das steht irgendwie sinnbildlich für die Entwicklung der nachfolgenden Jahre: weg von "Business destinations" wie Hamburg, Düsseldorf, Birmingham, Oslo, hin zu touristischen Märkten wie Neapel, Porto, Dubrovnik, Palma.

Man kann nur hoffen dass das Blatt sich mittelfristig wendet, mit der A321XLR kommt hier auf jeden Fall das für den Anfang passende Fluggerät. Höchst effizient, wenig Kapazität, ausreichend Reichweite um auch im Winter ohne Einschränkungen fliegen zu können.
Da der Euro langsam aber stetig immer stärker gegenüber dem Dollar wird lässt sich hoffen, dass dies vielleicht mittelfristig deutsche Touristen wieder etwas lukrativer macht für US Airlines und die amerikanischen etwas weniger. Die Passagierzahlen zwischen den USA und Hamburg sind auf jeden Fall unverändert stark.



Hier ein paar Zahlen, Daten und Fakten zu der Verbindung:

Anzahl Flüge: 7.979
Passagiere: 1.139.589
Schnitt pro Flug: 143

Anteil Weiterflieger ab Newark: 46%.

Stärkster Sommer nach Auslastung: 2010 mit 94,5%
Stärkster Winter noch Auslastung: 2009/2010 mit 86,7%

Schwächster Sommer nach Auslastung: 2005 mit 82,1%
Schwächster Winter nach Auslastung: 2005/2006 mit 62,3%

Marktanteil HAM-NYC des Fluges als ganzjährige Verbindung: 38%
Marktanteil HAM-USA des Fluges als ganzjährige Verbindung: 21%

Marktanteil HAM-NYC des Fluges als saisonale Verbindung: 22%
Marktanteil HAM-USA des Fluges als saisonale Verbindung: 11%
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Sheremetyevo
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von Sheremetyevo »

United hat heute neue Ziele in Europa für den Sommer 2026 bekanntgegeben. Darunter sind:
1. Bari
2. Santiago de Compostela
3. Split

Also so langsam gebe ich die Hoffnung auf, auch wenn diese bekanntlich zuletzt…usw.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von Alster68 »

Alles drei Touristenziele die, nach sicherlich reichlicher Überprüfung, in den USA mehr nachgefragt sind als Hamburg. Also zu sagen: "Wenn die Bari schon anfliegen, dann müssten sie Hamburg ja erst recht..." ist zu kurz gedacht.
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LevHAM
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von LevHAM »

Ich finde es auch schade, da aber weiterhin die A321XLR bisher bei United nicht im Einsatz ist (mittlerweile 1,5 Jahre Verzögerung) und die neuen Destinationen fast ausschließlich nach dem Muster sind, dass seit Corona anscheinend im Moment am besten funktioniert, nämlich Warmwasser Destinationen, gebe ich die Hoffnung noch nicht auf.

Und mit Glasgow kommt nach langer Zeit wieder eine von den alten, ursprünglich erfolgreichen, Continental 757 Städten zurück, wozu wir uns auch zählen dürfen. Und glaubt man dem "Flurfunk" bei United und einigen Leuten, die nah an der Sache stehen, so wird Hamburg für die XLR durchaus als ein sehr wahrscheinlicher Kandidat gehandelt.

Und es ist ja so dass Hamburg vom Grundsatz her ein vollkommen anderer Markt ist als Bari, Split oder was auch immer. Das sind Ziele mit einem gewissen touristischen Aufkommen, die aber auch von diesem Tourismus leben müssen, weil kaum Geschäftsreise oder sonstiger Verkehr herrscht und das klappt auch nur ein paar Monate im Hochsommer. Hamburg klappt ganzjährig, und muss sogar ganzjährig sein, weil es hier sonst nicht funktioniert, denn die Route hier würde eher nebensächlich von Tourismus leben.

Allerdings: auch hier würden die Touristenzahlen mit Sicherheit für eine 737-8 reichen im Sommer, nur fehlt für Hamburg derzeit irgendwie das richtige Fluggerät.

Die 737-8 hätte zwar ganz knapp die Reichweite bei einer leichten Bestuhlung, wäre aber dennoch noch mehr Payload Restricted als die 757 und im Winter würde das gar nicht klappen.

Die 757 passen von der Größe, aber sind alt und sollen nicht mehr nach Kontinentaleuropa fliegen.

Die 767-300 sind ebenfalls alt, haben zwar die Reichweite, aber sind, zumindest für den Anfang, im Winter zu groß (was ebenso für die 787 gilt). Dann hat ein großer Teil der Flotte eine super Premium Bestuhlung für "high yield, high volume" markets, was Hamburg nicht ist. Der Rest wird eher auf Strecken eingesetzt die "low yield, high volume" sind, ist Hamburg auch nicht.

Die kommende A321XLR passt eher auf "high yield, low volume" Routen (oder eben mehrfach täglich auf "high yield, high volume") und die Reichweite passt auch. Hier wird es für Hamburg interessant.

Newark - Hamburg kann ich mir auf lange Sicht ganzjährig täglich mit XLR und im Sommer sogar 10-11 mal die Woche XLR vorstellen, so wie Continental das auch lange Jahre wollte, aber immer scheiterte es an der Verfügbarkeit von genügend Fluggerät.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von BA388 »

Nach dem Volksentscheid bin ich mal gespannt, wie das mit HAM überhaupt weitergerht. Ein gutes Gefühl habe ich, ehrlich gesagt, nicht.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von spotteralex »

United hat mal wieder eine Reihe neuer Destinationen angekündigt, auch mit der neuen A321XLR, unter anderem von Newark nach Marseille, Valencia, Ibiza sowie Luxemburg mit A321XLR, Sardinien und Sizilien mit 767-300ER, und Ljubljana mit 767-400ER (?!). Dazu kommen IAD-TLS und Terceira als bereits zweites Ziel auf den Azoren. Eigentlich genau unsere Kragenweite, aber wir gehen weiterhin erstmal leer aus, der Incoming-Markt aus den USA ist wohl nicht stark genug.
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LevHAM
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von LevHAM »

Um ehrlich zu sein ist das größtenteils schon deutlich unter unserer Kragenweite.

Marseille kommt, was die Fluggaszahlen nach New York angeht, immerhin noch einigermaßen an Hamburg heran, Ljubljana, Toulouse, Valencia, Luxembourg sind nicht mal in den Top 10 der Unserved Markets von Newark und JFK, wo HAM unter den Top Positionen rangiert. Auch andere Städte, die ganz oben mit dabei sind, werden links liegen gelassen. Tirana, Budapest, Prag, Lyon, Krakau, Belgrad.

Ich glaube es geht längst nicht mehr um Zahlen, sondern darum was am "coolsten" ist und "hip". Hamburg ist nicht cool, Deutschland insgesamt scheint weitestgehend uncool zu sein.
Auch versucht man anscheinend so viele zusätzliche Fluggäste wie möglich zu generieren, in Hamburg zB würde man anscheinend insgesamt weniger zusätzlichen Traffic generieren, die Zahlen sind denen wohl so schon hoch genug.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von Sheremetyevo »

LevHAM hat geschrieben: 25.08.2026 17:28:15 Um ehrlich zu sein ist das größtenteils schon deutlich unter unserer Kragenweite.

Marseille kommt, was die Fluggaszahlen nach New York angeht, immerhin noch einigermaßen an Hamburg heran, Ljubljana, Toulouse, Valencia, Luxembourg sind nicht mal in den Top 10 der Unserved Markets von Newark und JFK, wo HAM unter den Top Positionen rangiert. Auch andere Städte, die ganz oben mit dabei sind, werden links liegen gelassen. Tirana, Budapest, Prag, Lyon, Krakau, Belgrad.

Ich glaube es geht längst nicht mehr um Zahlen, sondern darum was am "coolsten" ist und "hip". Hamburg ist nicht cool, Deutschland insgesamt scheint weitestgehend uncool zu sein.
Auch versucht man anscheinend so viele zusätzliche Fluggäste wie möglich zu generieren, in Hamburg zB würde man anscheinend insgesamt weniger zusätzlichen Traffic generieren, die Zahlen sind denen wohl so schon hoch genug.
Bin gestern Abend mit United von EWR nach BER geflogen und es ist schon etwas deprimierend zu sehen, welche B-Städte UA anfliegt - und Hamburg dabei außen vorlässt. Allerdings scheint sich United bei der Expansion stark auf Südeuropa zu konzentrieren, welches bei Amerikanern als Urlaubsregion stark im Kommen ist. Interessant ist auch, dass UA Skandinavien völlig vernachlässigt. In Bezug auf Hamburg sollte Hamburg Tourismus mal darüber nachdenken, den Kreuzfahrttourismus ab Hamburg/Kiel/(Warnemünde) stärker in den USA zu vermarkten. Die Amerikaner sind kreuzfahrtbegeistert und Norwegen/Nordland und Ostseekreuzfahrten sollten auch bei Amerikanern gut ankommen. Wir haben im Sommer ja bekanntlich diverse Kreuzfahrtflüge ab Italien/Spanien nach Hamburg.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von LevHAM »

Stimmt, Kreuzfahrten sind ein guter Aufhänger.
Immerhin hat der Geschäftsführer von Hamburg Tourismus das auf dem Zettel, das Abendblatt berichtete:
..., möchte Hamburg Tourismus verstärkt die USA als Zielmarkt in den Fokus nehmen, aber auch die skandinavischen Märkte.
Auf X hat User Adam Nathan eine sehr spannende These:
Sexy destinations build a network people want to use. That builds loyalty, and loyalty sells credit cards. United’s network is a credit card sales engine.
Each new destination makes MileagePlus more useful, builds loyalty to United and gives travelers another reason to carry a Chase card.

The network is a credit card sales engine.
Dies führt wieder zur Kernaufgabe, die Hamburg anscheinend hat: das vorhandene Potenzial nutzen, sich in Nordamerika besser verkaufen und zur "sexy Destination" werden. Die Reisenden aus Europa sind anscheinend nichts wert, die Secondary UK Städte sollen einen noch höheren Point of Sale auf europäischer Seite haben als Deutschland, deswegen gibt es wohl auch dort kein einziges neues Ziel.

Das heißt im Umkehrschluss, dass diese "Instagram Feed Ziele" wahrscheinlich direkt deutlich weniger Geld einspielen als es ein Flug nach Hamburg würde, aber das indirekte Ergebnis durch die Kundenbindung ist wohl höher. Das sind echt durchgedrehte Zeiten geworden ...
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von NCC1701 »

LevHAM hat geschrieben: 26.08.2026 15:57:01 Stimmt, Kreuzfahrten sind ein guter Aufhänger.
Immerhin hat der Geschäftsführer von Hamburg Tourismus das auf dem Zettel, das Abendblatt berichtete:
Von Prinzip hast du Recht, aber so einfach ist das nicht.

Bei welchen Reedereien, die Kreuzfahrten anbieten, buchen US Bürger (jetzt wegen UA/DL/AA) wohl am liebsten? Natürlich bei US Reedereien, sprich Kandidanten wie Carnival Cruise Line, Princes Cruise Line, Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line, Disney und noch einige mehr. Die Großen davon, schicken paar ihre Schiffe im Sommer nach Europa.
Nur wie viele davon laufen regelmässig Hamburg an? Und wenn wir weiter schauen (aus Sicht einer Airline/Flughafen um mit Kreuzfahrten "Pax zu generieren"), bei wie vielen Touren ist Hamburg der Turn-Arround-Hafen (Start & Ende einer Kreuzfahrt)? Ja, bei keinem der großen US, d.h. die Passagiere kommen für ein Tagesbesuch nach Hamburg (meist 7-22 Uhr um einen Teil von ihnen mit Bussen für paar Stunden nach Berlin zu karren). Gut manchmal bleiben sie auch eine Nacht. Gut für Tourismus, aber nichts gut für Flughafen.
Bettenwechsel in Hamburg ist am meisten bei AIDA (auch eine Tochter der Carnival Corp, wie CCL und PCL), aber nicht was eine Masse an US Bürgern bucht. Und hinzu kommt, am besten wäre es, wenn du Daily jeweils einen Kreuzfahrer hättest, bei dem Bettenwechsel wäre, damit du ein "Grundrauschen" hast.

...NCC1701 :wink:

PS : Ich hab mal vor Corona bei den Crews bei Princess Cruise gefragt, warum Hamburg nicht angelaufen wird. Die Antwort war immer gleich. Es ist die lange Einfahrt (Ausfahrt) von der Mündung entlang bis zum Hafen. Man ist mehrere Stunden im Manöver-Mode, sprich technische Besatzung ist auf "Hab acht" und das ist unbeliebt (und für Hamburg/Kiel/Warnemünde hat man ja AIDA bei der Mutter).
Nun, seit einigen Jahren gibt es paar Anläufe von Princess Cruise.

PPS : Wenn man mal so einen Turn-Arround-Day in Miami oder Fort Lauderdale erlebt ( wenn 20'000 Pax abreisen und 20'000 anreisen), dann versteht man, gerade bei FLL, woher deren Zahlen kommen.
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Re: United Airlines in Hamburg

Beitrag von Sheremetyevo »

NCC1701 hat geschrieben: 26.08.2026 17:54:01
LevHAM hat geschrieben: 26.08.2026 15:57:01 Stimmt, Kreuzfahrten sind ein guter Aufhänger.
Immerhin hat der Geschäftsführer von Hamburg Tourismus das auf dem Zettel, das Abendblatt berichtete:
Von Prinzip hast du Recht, aber so einfach ist das nicht.

Bei welchen Reedereien, die Kreuzfahrten anbieten, buchen US Bürger (jetzt wegen UA/DL/AA) wohl am liebsten? Natürlich bei US Reedereien, sprich Kandidanten wie Carnival Cruise Line, Princes Cruise Line, Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line, Disney und noch einige mehr. Die Großen davon, schicken paar ihre Schiffe im Sommer nach Europa.
Nur wie viele davon laufen regelmässig Hamburg an? Und wenn wir weiter schauen (aus Sicht einer Airline/Flughafen um mit Kreuzfahrten "Pax zu generieren"), bei wie vielen Touren ist Hamburg der Turn-Arround-Hafen (Start & Ende einer Kreuzfahrt)? Ja, bei keinem der großen US, d.h. die Passagiere kommen für ein Tagesbesuch nach Hamburg (meist 7-22 Uhr um einen Teil von ihnen mit Bussen für paar Stunden nach Berlin zu karren). Gut manchmal bleiben sie auch eine Nacht. Gut für Tourismus, aber nichts gut für Flughafen.
Bettenwechsel in Hamburg ist am meisten bei AIDA (auch eine Tochter der Carnival Corp, wie CCL und PCL), aber nicht was eine Masse an US Bürgern bucht. Und hinzu kommt, am besten wäre es, wenn du Daily jeweils einen Kreuzfahrer hättest, bei dem Bettenwechsel wäre, damit du ein "Grundrauschen" hast.

...NCC1701 :wink:

PS : Ich hab mal vor Corona bei den Crews bei Princess Cruise gefragt, warum Hamburg nicht angelaufen wird. Die Antwort war immer gleich. Es ist die lange Einfahrt (Ausfahrt) von der Mündung entlang bis zum Hafen. Man ist mehrere Stunden im Manöver-Mode, sprich technische Besatzung ist auf "Hab acht" und das ist unbeliebt (und für Hamburg/Kiel/Warnemünde hat man ja AIDA bei der Mutter).
Nun, seit einigen Jahren gibt es paar Anläufe von Princess Cruise.

PPS : Wenn man mal so einen Turn-Arround-Day in Miami oder Fort Lauderdale erlebt ( wenn 20'000 Pax abreisen und 20'000 anreisen), dann versteht man, gerade bei FLL, woher deren Zahlen kommen.
Ich will die Diskussion über das Kreuzfahrtpotential hier nicht zu sehr ausdehnen, möchte aber nach etwas tieferer Recherche (z.T. mit ChatGPT) noch ein paar Daten hier einstellen, die m.E. durchaus interessant sind.
- Hamburg und Kiel hatten 2025 ca. 480 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 2,5 Mio Passagieren. Diese Zahlen dürfen 2026 nochmals 12-13% höher liegen.
- in 85% (Hamburg) bzw. 89% (Kiel) der Fälle sind Hamburg/Kiel der Homeport, d.h. der Hafen in dem der Passagierwechsel stattfindet (und damit interessant als Fluggäste für den HAM Airport, wobei nur ein kleiner Teil mit dem Flugzeug anreist. Kiel weist nach einer Untersuchung aus dem Jahr 2023 ca. 8% der Passagiere als Fluggäste aus, für Hamburg gibt es keine Angaben).
- in Warnemünde zählte man 2025 ca. 49.000 US-amerikanische Kreuzfahrtgäste (ca. 8% der Gesamtzahl von 592.000 Passagieren). Für Hamburg findet sich leider nur eine alte Zahl aus dem Jahr 2014 (1,7%). Bei einer Gesamtzahl von ca. 590.000 Passagieren in Hamburg im Jahr 2014 waren ca. 10.000 US-Amerikaner. Bezogen auf die Passagierzahl von 2025 ist diese Zahl theoretisch (bei gleichem Anteil von 1.7%) bereits auf 24.000 gestiegen. Unterstellt man den gleichen Prozentsatz für Kiel, kommen nochmal 20.000 US-Amerikaner hinzu. Die Anzahl der US-Passagiere in Warnemünde dürfte aber das Potential aufzeigen.
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